Warum es nichts bringt, dich selbst zu finden

Diese Phasen im Leben wo du nicht weißt, wo es lang gehen soll. In denen du die Orientierung verlierst. Wo du nicht mehr genau weißt, wer du überhaupt bist, was du wie denken sollst. Was du erreichen willst. In solchen Situationen denkst du oft an das Thema „sich selbst finden“. Warum das nichts bewirkt & was eine viel nützlichere Tat ist, verrate ich dir in meinem neusten Artikel.

Was bedeutet es, sich selbst zu finden?

Sich selbst finden, ist nichts anderes als sich selbst kennen zu lernen. Dabei trittst du in Dialog mit dir selbst & wirst dir über dein Ich bewusst. Also welche Gedankengänge hast du? Welche Glaubenssätze? Welche Prinzipien? Welche Werte? Welche Ziele? Kurzum, dein aktueller Stand, wie es bei dir im Leben gerade läuft.

Genau, richtig gelesen: der aktuelle Stand.

Viele begehen sich auf die Reise zu sich selbst. Sie versinken darin & verlieren sich in dem dunklen Sumpf des eigenes Selbsts.

Bin ich wirklich so, wie meine Freundin mich sieht?

Bin ich so tatsächlich, wie mein Partner mich sieht?

Bin ich so in Wirklichkeit, wie meine Eltern mich sehen?

Bin ich in Wahrheit so, wie mein Chef mich sieht?

Jeder Mensch sieht dich anders. Es gibt nicht so etwas wie eine absolute Wahrheit oder einen wahren Kern. Du kommst nie auf einen grünen Zweig, der die Sichtweisen von allen Menschen in deinem Umfeld zusammenbringen wird. Dazu sind die Sichtweisen zu unterschiedlich & auch dein Verhalten schwankt in unterschiedlichen Situationen. Du bist in der Arbeit sicher nicht so wie unter guten Freunden.

Die Reise zu dir selbst existiert in Wirklichkeit nicht.

Wenn du dich auf die Reise zu dir selbst begibst, verharrst du im Moment & bewegst dich gar nicht. Viele nutzen sie deshalb als Ausrede, um nichts machen zu müssen.

Warum finde ich Selbstfindung unnütz?

Ich beantworte dir die Frage mit meiner eigenen Geschichte:

Ich war vor Kurzem auch erst auf der Suche nach mir selbst. Nachdem sich seit einem Jahr so ziemlich alles bei mir ändert, war ich mir selbst gar nicht mehr im Klaren. Ich bekam das Bedürfnis eine entwicklungstechnische Vollbremsung einzulegen. Anstatt dieses Bedürfnis als Überforderung anzusehen & dafür zu sorgen, dass ich nicht mehr überfordert bin, interpretierte ich es als Drang zur Selbstfindung.

Ich ging diesem Drang nach & machte tatsächlich das was überforderte Menschen tun, die nicht mehr weiter wissen: Ich verharrte auf der Stelle & machte gar nichts mehr.

Ich fuhr meine Projekte auf ein Minimum runter & beschäftigte mich mit dieser einen Frage:

Wer bin ich?

Bin ich das kleine Mädchen, was keine eigene Meinung haben darf?

Bin ich die Frau, die sich das greift, was sie haben will?

Bin ich die Frau, die sich von allem einschüchtern lässt?

Bin ich die Frau, die meckert, weil die 2 Tafeln Schokolade ihre Spuren hinterlassen?

Oder bin ich die Frau, die sich ihrem Essverhalten bewusst ist & für ihren Traumkörper die nötigen Dinge macht?

Ich wusste nicht mehr wo vorne & hinten war. Ich hing in der Luft. Ich verbrachte Tage damit, mich selbst zu analysieren & zu meditieren. Ich kapselte mich regelrecht von der Außenwelt ab. Ich wollte die Antwort durch mich selbst finden.

Durch ein Seminar wurde mir eines bewusst.

Es ist vollkommen egal, wer ich war oder auch wer ich bin. Es zählt nur so zu werden, wie ich sein will.

Diese Erkenntnis wurde für mich zum entscheidenden Gamechanger.
Es war doch klar, dass ich nicht weiß, wer ich bin. Denn ich bin in der Mitte zwischen meinem alten Ich & dem Ich, welches ich sein will.

Jeden Tag ein Stück weiter vom alten Ich weg & ein Stück näher zum gewünschten Ich. Deswegen spielt mein derzeitiger Ist-Zustand keine Rolle, denn er wird sich in den nächsten 24 Stunden doch eh wieder ändern.

Ist sich selbst finden wollen gefährlich?

Ich finde diese Reise zum eigenen Ich teilweise sogar ein wenig gefährlich. Wir Menschen wollen nämlich immer glauben, dass wir nicht veränderbar sind. Wir möchten nicht glauben, dass wir uns selbst verändern können. Wir wollen nicht wahrhaben, dass wir uns verändern müssen, um ein glückliches Leben führen zu können.

So begeben sich viele auf die Reise nach sich selbst. Sie finden dann heraus, sie sind nicht die charmante, lustige & kommunikative Person, die sie eigentlich sein wollen. Nein, sie sind manchmal oft das Gegenteil. & da beginnt das ganze Drama.

Sie rutschen in eine depressive Stimmungslage, weil sie denken, sie würden nie der Mensch werden, der sie sein wollen.

Doch das stimmt nicht. Du bist in der Lage der Mensch zu werden, der du sein willst.

Du kannst dir die Charaktereigenschaften antrainieren, die du haben magst.

Du kannst dich & deine Gedanken umprogrammieren.

Das geht nicht von heute auf morgen, doch es ist wirklich möglich.

kreiere dich selbst

Sich selbst kreieren?

Viel besser, als dich selbst zu finden, ist es dich selbst zu kreieren.
Stell dir nicht die Frage: „Wie/wer bin ich?“ Sondern stell dir die Frage: „Wer/wie will ich sein?

Schreib dir auf, welche Charaktereigenschaften du haben willst. Willst du offen, kommunikativ & humorvoll sein? Willst du liebevoll, emotional & offen sein?

Die Entscheidung liegt ganz bei dir.
Nachdem du entschieden hast, wie du sein willst- handle danach.

Verschwende keinen einzelnen Gedanken daran zu sagen: Das bin ich nicht.

Nein bist du wirklich nicht, aber wenn du nicht so handelst, wirst du es auch nie sein!

Spring über deinen Schatten (also dein altes Selbst) & werde so, wie du sein möchtest.

Das geht natürlich nicht von heute auf morgen. Doch du wirst jeden Tag ein Stück näher dahin kommen.

Fazit

Verlier dich nicht in der Vergangenheit. Es bringt nichts, dir immer wieder zu sagen so & so bin ich, aber ich will doch eigentlich so & so sein.

Erschaffe dir dein neues Ich.

Verirre dich nicht in deinem alten Ich, wenn du nicht mehr so sein willst.

Such nicht etwas, was du nachher sowieso wegschmeißen musst. Denn dein neues Ich hat nichts mehr mit deinem Alten gemeinsam.

Du wirst eine ganz neue Person werden.

Warum also die Mühe machen, deine alte Version kennenzulernen? Erspar dir diese Zeit!

Bist du schon dabei, dich völlig neu zu erfinden?
Schreib es mir in die Kommentare.

Deine Natalie

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Natalie
 

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Janet Metz - 15. September 2017

Such nicht nach etwas, was du nach dem finden eh wegschmeißen musst, macht die „Zeitverschwendung“ deutlich ?. Ich selbst war nie bewusst auf einem Selbstfindungstrip, aber sehe tatsächlich Leute die daran zu verzweifeln scheinen. Toller Beitrag der mir echt Klarheit zu diesem Thema bringt. Das hilft mir auch für meine Klienten ?? Liebe Grüße

Reply
Natalie - 15. September 2017

Zeitverschwendung trifft es auf den Punkt Janet. Wobei man durch Zeitverschwendungen auch lernt, endlich die wichtigen Dinge anzugreifen & nicht dauernd aufzuschieben.
Es freut mich sehr, dass ich dir Klarheit verschaffen konnte!
Liebe Grüße

Reply
Christina Schindler - 16. September 2017

Hi Natalie,

ich finde Selbstfindung ganz und gar nicht unnötig. Auch im Coaching versuche ich erst einmal herauszufinden, wo der Klient gerade steht, damit ich ihn genau da abholen kann. Das gleiche gilt für’s Selbstcoaching.

Das ganze ist ein bisschen wie die Arbeit mit einer Landkarte, wenn du zwar auf der Karte erkennen kannst, wohin du willst, aber keine Ahnung hast wo du gerade bist, dann wirst du deinen Weg zum Ziel nie finden.

Zu wissen wer du bist, dich selbst zu verstehen hilft dir dabei, den richtigen Weg, die richtigen Methoden auszuwählen und dich auf Hindernisse auf deinem Weg vorzubereiten.

Man sollte sich meiner Meinung nach immer ein bisschen mit Selbstfindung beschäftigen. Deine Kernaussage ist allerdings goldrichtig – dann darin zu versinken und sich nur auf der Stelle bewegen, aus Angst vor Veränderung, das wäre recht sinnlos.

Das Ziel vor Augen behalten und dahin gehen wo man hin will, das ist das wichtige und das hast du sehr gut beschrieben.

Danke für den motivierenden Artikel. 🙂

Alles Liebe,
Tina

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