Sich selbst kennenlernen – Wie Du es auch schaffst

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Wer bin ich?
Sei einfach so, wie du bist. Ein Satz, den wir ständig hören. Doch wie bin ich eigentlich? Wer bin ich eigentlich? Wer steckt hinter diesem Ich eigentlich?

Inhaltsverzeichnis

  1. Meine Geschichte dazu
  2. Warum wir uns nicht selbst kennen
  3. Wie lernt man sich selbst kennen?
  4. Die Schritte um sich selbst kennenzulernen
  5. Die Vorteile, wenn wir uns selbst kennen
  6. sich selbst kennenlernen

Bei Vorstellungsgesprächen graute mir immer vor den Fragen, die mit mir selbst zu tun hatten. Ich konnte der Pflegedienstleitung sonst alles runterbeten.

Zahlen, Daten, Fakten zu dem jeweiligen Krankenhaus.

Fachliche Fragen. Alles kein Problem.

Doch bei anderen Fragen musste ich mir wirklich immer was aus den Fingern saugen. Ich hatte keine Ahnung, warum ich Krankenschwester wurde.

Was meine Stärken und Schwächen sind? – keine Ahnung.

Warum ich die richtige für diese Stelle bin? – weil es Pflegenotstand gibt?!

Ich wusste sehr lange Zeit nicht, wer ich bin. Wie ich bin. Worin meine Stärken lagen. Was ich nicht gut kann. Ich konnte oft nicht einmal sagen, wie es mir geht.

Ich richtete mich immer nach den Menschen um mich herum. Wie sie mich haben wollten, so war ich. Ich schlüpfte in diese Rolle. Mal aufopferisch. Mal den Ton angeben.

Ich wusste nicht, was ich mag und welche Bedürfnisse ich hatte. Also lenkte ich mich ab.

Partys. TV. Oder auch nur schlafen, ohne wirklich müde zu sein.

Ich hatte immer so ein schwammiges unzufriedenes Gefühl in mir. Als ob ich nicht wirklich leben würde, weil ich nicht so lebe, wie ich es eigentlich wollen würde.

Doch ich ignorierte es, weil es ja irgendwie jeder so machte und alle irgendwie unzufrieden waren. Zum Glück stieß ich irgendwann darauf, dass es nicht normal ist, dass ich mich so fühle.

Ich fand auch den Grund heraus: Ich war nicht ich selbst. Schlüpfte andauernd in verschiedene Rollen. Eben so wie andere mich haben wollten.

Als ich dann anfing mich besser kennenzulernen, kam die Lebensfreude und Energie. Das Leben machte auf einmal Spaß. Mir ging es das erste Mal gut.

Sich selbst kennenlernen ist in meinen Augen der wichtigste Prozess den wir beginnen können, um das unabhängige Ich zu erreichen. Denn erst dann wissen wir was wir wirklich wollen und können dem nachgehen.

Warum kennen wir uns nicht?

Es gibt viele Gründe, warum wir uns nicht selbst kennen. Dem allen zugrunde liegt Angst. Angst vor Ablehnung. Angst davor, nicht zu genügen. Angst davor, falsch zu sein. Wir alle haben Grundbedürfnisse. Eines davon ist geliebt zu werden und von anderen anerkannt zu werden. Es ist einfacher das zu bekommen, wenn wir die Rolle einnehmen, die andere von uns erwarten. Wenn wir so sind, wie sie uns haben wollen.

Das ist eine kurze Zusammenfassung. Ausführlicher schreibe ich dazu noch in einem anderen Beitrag, wo es nur darum geht. Doch hier der Vollständigkeit halber eine Zusammenfassung, damit du grob weißt, warum Du Dich noch nicht wirklich kennst.

Wie lernt man sich selbst kennen?

Wenn du jetzt diesen einen ultimativen Tipp hören willst, wie Du Dich schon morgen mit all Deinen unterschiedlichen Facetten kennen wirst – dann muss ich dich leider enttäuschen.

Es ist ein - wahrscheinlich- lebenslanger Prozess.

Wir verändern uns auch ständig. Lernen mehr dazu. Sammeln neue Erfahrungen. Deshalb entdecken oder entwickeln wir auch immer mehr Facetten. Manche lassen wir im Laufe unserer Entwicklung auch los. So wie du jetzt bist, wirst Du in einem Jahr vermutlich nicht mehr sein.

Das macht das Ganze spannend, aber eben auch ein wenig unbefriedigend, weil es kein Ende davon gibt.

Was kannst du tun, um dich selbst kennen zu lernen?

  • hinterfragen was andere sagen, wenn sie dich beschreiben
  • dich selbst im Alltag beobachten, (was triggert dich in der Interaktion mit anderen Menschen?)
  • Stärken und Schwächen herausfinden
  • Persönlichkeitstests können helfen
  • andere beobachten
  • Dinge ausprobieren
  • alleine sein
  • was tue ich gerne?
  • Blogs lesen/Podcast hören/ Bücher lesen, um das Weltbild zu vergrößern
  • Was füllt meine Energie auf?
  • Was nimmt mir Energie weg?
  • Was sind meine Ziele?
  • Wie stelle ich mir mein Leben vor?
  • Was wünsche ich mir von anderen, wie sie mich behandeln

Absolute Ehrlichkeit zu sich selbst ist da natürlich wichtig. Denn du willst dich ja kennen lernen und nicht eine weitere Maske aufsetzen.

Spannend bei diesem Prozess ist, dass du herausfinden wirst, dass du nicht immer so bist. Um ein Beispiel zu nennen: Normalerweise bist du zurückhaltend und hörst lieber zu, anstatt selbst zu reden. Dann kommt jemand, bei dem ist es das genaue Gegenteil und du redest gerne. Wenn dir das auffällt, kannst du genauer beobachten, was an dieser Situation anders ist als sonst. So wird aus deinem „Ich bin immer zurückhaltend und introvertiert“ ein „Ich bin zurückhaltend und introvertiert, wenn der andere mich von oben herab behandelt und er mich als Mensch nicht interessiert“.

Denn wir sind nicht immer und überall gleich. Es gilt herauszufinden welche Situationen, Umstände und Menschen, welche Seite an uns herauskitzeln. Und damit lernen wir auch Blockaden und Glaubenssätze von uns kennen und können sie dann in einem Coaching auflösen.

Was bringt es, sich selbst zu kennen?

Das Ganze ist natürlich ne Menge Arbeit. Es ist hart und ja, manchmal tuts auch weh. Mir hat es auch oft sehr wehgetan, weil ich mein ganzes Leben lang eine ganz andere Person sein wollte, als ich eigentlich war. Herauszufinden, dass ich das komplette Gegenteil meiner Idealvorstellung war, war heftig.

Dennoch würde ich es sofort wieder tun, denn es hat für mich und mein Leben enorme Vorteile gebracht, und bringt es immer noch. Dafür lohnt sich das auf jeden Fall.

Du wirst zu deinem eigenen besten Freund.

Nur wenn wir uns kennen, können wir uns wirklich mögen und annehmen. Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein, Selbstsicherheit und Selbstwertgefühl bauen alle auf diesem Stein auf. Also musst du dich kennen, damit das andere überhaupt ansatzweise funktionieren kann.

Du entwickelst Dein unabhängiges Ich

Je mehr Du Dich kennst, desto mehr wirst Du darauf achten, Dich mehr mit Menschen und Umständen zu umgeben, die Dir wirklich guttun. Weniger Wert auf die Meinung von anderen legen. Der Grundstein zu Deiner Unabhängigkeit

Lebensziel finden und glücklich werden

Das mag jetzt traurig klingen, weil es das auch wirklich ist: Die meisten Menschen leben das Traumleben eines anderen. Von klein auf bringen uns die Eltern oder andere nahe Menschen bei „was gut für uns wäre“ und das besteht daraus, wie sie sich selbst das „gute Leben“ vorstellen. Aber Du bist Du. Du kannst eine ganz andere Meinung davon haben, was ein gutes Leben für Dich ist. Wenn Du Dich selbst kennenlernst, wirst du es immer mehr entdecken, was deine Ziele sind. Wie Du Dir Dein Traumleben vorstellst. So kannst du anfangen genau das Leben aufzubauen, und aufhören das Leben eines anderen zu leben, was dich nur unglücklich macht.

Bessere Beziehungen zu anderen führen

Je besser Du Dich kennst, desto mehr weißt Du, welcher Typ Mensch mit Dir harmoniert. Wie vorhin mit dem Beispiel des vielen redens, obwohl man sonst immer zurückhaltend war. Menschen die die Sonnenseiten an dir hervorkitzeln, wo du so sein kannst, wie Du möchtest, sind die Menschen, mit denen du eine viel tiefere Beziehung führen wirst.

Bessere Vorstellungsgespräche und höhere Karrierechancen

Fragen zu Dir und Deiner Person werden im Vorstellungsgespräch kein Problem mehr sein. Du kennst Dich ja gut genug, um zu sagen, welche Deiner Eigenschaften für dieses Unternehmen ein wahrer Gewinn ist. Damit kannst du auch bei Verhandlungen mit Deinem Chef punkten, wenn es um Beförderungen oder anderen Karrierechancen geht.

Wissen, was wir verändern wollen

In einem früheren Blogartikel war ich noch der Meinung sich selbst zu finden sei nicht so wichtig, denn es kommt drauf an, sich selbst zu kreieren. Der Meinung bin ich teilweise immer noch, allerdings muss man sich erstmal selbst kennen lernen, um zu wissen, was geändert werden sollte und auch warum man das ändern will. Nur wenn wir wissen, was noch nicht „optimal“ ist können wir es verbessern.

Sich selbst kennen lernen

Sich selbst kennenzulernen ist ein wichtiger Grundstein. Selbstwert, Selbstbewusstsein, Unabhängigkeit und das Traumleben bauen darauf auf. Auch wenn es oft schwer ist und wehtut, sich selbst kennenzulernen, es ist wichtig.

Ich bin der Überzeugung, wer sich nicht kennt, kann niemals glücklich werden. Uns selbst lernen wir kennen, wenn wir nicht mehr blind dem Vertrauen wie andere uns sehen oder einschätzen. Sondern indem wir uns selbst genau beobachten und unser Weltbild immer mehr ausweiten, um zu sehen, wie vielfältig Verhaltensweisen sind und auch woher sie kommen.

Das wichtigste in diesem Prozess ist es absolut ehrlich zu sich selbst zu sein. Denn sonst bauen wir nur noch eine weitere Rolle auf, die uns nicht dahin führt, wo wir in Wirklichkeit sein wollen.

Willst du Unterstützung dabei den Blick mehr auf dich zu richten und nicht mehr so viel Aufmerksamkeit auf andere zu lenken?

Ja ich will mehr auf mich schauen, um mich kennenzulernen
Nein, lass uns über was anderes reden

Hast du dich schon auf diesen Weg gemacht? Wie gut kennst du dich selbst?

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